Review | DJI Phantom 3 Pro

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Als die DJI Phantom 3 Pro letztes vorgestellt wurde hatte ich einen totalen Flashback zum letzten Jahr als die Phantom 2 Vision + rauskam. Ich war wieder aufgeregt, gespannt und wollte wissen ob die Punkte die ich an der 2er bemängelt hatte nun mit der 3er Pro behoben wurden oder ob noch mehr Kritikpunkte dazukommen.

CrossDrone.de | DJI Phantom 3 Pro
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Prinzipiell ist alles beim alten. Die Software ist etwas besser, die Kamera löst im Videomodus besser auf, nämlich mit 4K erstmals in einer Phantom Drohne. Flugzeiten sollen sich in Richtung 23 Minuten bewegen, was durchaus ein Fortschritt wäre. Aber im Großen und ganzen dürfte es das auch schon gewesen sein. Viel Marketing Blabla war da natürlich noch um die Phantom 3 Pro. Derzeit gibt es verwirrenderweise drei Modelle dieser Phantom 3. Neben der Einsteiger Version kommen so die Advanced und die Pro. Wobei die Pro, wie der Name erahnen lässt, die Speerspitze der Phantom Reihe darstellen soll.

CrossDrone.de | DJI Phantom 3 Pro
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Flugzeiten von rund 23 Minuten werden von DJI versprochen. Das wären satte 6 Minuten mehr als bei der Phantom 2 angegeben wurde. Tatsächlich fliegt die Phantom 3 Pro etwas länger, aber sobald man 4K aufnahmen macht, schrumpft dieser Vorsprung dahin. Die Bedienung und Kalibrierung ist wieder sehr einfach geraten und die Reichweite wurde nochmals vergrößert. Es sollen jetzt 2 statt 1-1,5 Km Sein. Wir sind allerdings mit der 3 Pro auch nicht wirklich weiter gekommen als mit der 2er. Bildqualität/Videoqualität sind noch einen kleinen Ticken besser als bei der 2er und der 4K Modus reißt wirklich klasse Qualität aus der kleinen Cam heraus. Der Preis liegt wieder bei rund 1100€-1200€ was die Drohne, samt Controller, Kamera, Gimbal und 2 Satz Propeller nicht billig macht, aber der Preis geht angesichts der vielen Features schon ok.

CrossDrone.de | DJI Phantom 3 Pro
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DJI’s Stärke ist in Sachen Software, gute Sensorik und das ganze Zusammenspiel derselben nochmals einen Schritt weiter gegangen und hat eine Drohne auf ein sehr hohes Niveau hingestellt. Alles ist gut und sauber aufeinander abgestimmt. Das Gimbal stabilisiert das Kamerabild hervorragend, so dass man sehr schöne Kamerafahrten um Objekte herum machen kann oder von oben aus der Verfolgerperspektive. Wie einem beliebt, man hat unzählige Möglichkeiten.

Ein großer Kritikpunkt für uns war bei der 2er der extreme Weitwinkel der Kamera. So hat DJI auf uns gehört und nun statt 110° auf 94° FOV begrenzt. Es sind nun ca. 35mm Brennweite, was so die normale Brennweite eines menschlichen Auges nahe kommen dürfte. Damit lässt sich viel einfacher gestalterisch der neu gewonnene Spielraum nutzen.

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Der nächste Kritikpunkt ist die etwas großgeratene, klobige Steuerung. Das ist leider genauso wie beim 2er geblieben. Eifnach bäh. Ja, man ist das von RC Fliegern, Coptern und anderen Quadrocoptern gewohnt, solche Ungetüme rumzuschleppen, aber ehrlich. Es geht auch etwas kleiner und handlicher. Die Steuerung liegt einfach nicht gut in der Hand.

Die Akkus des Phantom sind normale LiPos, d.h. sie müssen auch entsprechend mit Sorgfalt behandelt werden, will man länger Freude an ihnen haben. So sollte man LiPos niemals komplett leerfliegen und auch bei längerer Lagerung nie mit voller Ladung aufbewahren, oder gar leer. Sobald der Akku aufgebläht aussieht, sollte man dringend die Finger davon lassen, es droht Explosions- und Brandgefahr! Das ist jetzt allerdings natürlich kein DJI spezielles Problem, das betrifft alle LiPo Akkus, egal welcher Hersteller.

Prinzipiell liefert DJI hier wieder eine sehr solide Plattform ab, die durchaus sehr viel Potential hat. Es ist eben eine konsequente Weiterentwicklung des Phantom 2, ohne aber hier wirklich alles reinzupacken was die heutige Technik hergeben könnte. Man möchte die Kunden ja noch länger melken. Das mag ich zwar sicher nicht, aber ist leider aus Markttechnischer Sicht sicherlich verständlich warum das seitens DJI so gehandhabt wird.

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Was man von diesem RTF (ready-to-fly) Copter definitiv nicht erwarten kann, ist dass man damit richtige Rennen fliegen kann oder Kunststücke, wie Loopings und andere Überschläge vollführen kann. Dafür ist auch diese Drohne nicht gebaut.

Allerdings eröffnet DJI hier FPV Liebhabern erneut eine sehr gute Möglichkeit, zumal das Videosignal zur Steuerung durchaus gut genug für FPV ist und die Range hervorragend. Man kann auf freier Fläche bis zu einem KM weit fliegen und kriegt immer noch Bildsignal vom Copter. Das können derzeit nicht viele. Sobald aber Hindernisse, wie Gebäude oder Bäume zwischen Copter und Wlan Repeater auftauchen, sinkt die Range dementsprechend Rapide, das muss man aber wissen und mit einplanen. Im Funkschatten eines Gebäudes FPV zu fliegen kann extrem gefährlich werden und man darf nicht vergessen, FPV ist nur erlaubt, solange man in Sichtweite fliegt UND eine zweite Person dabei hat die Sichtkontakt zum Copter hat und jederzeit eingreifen kann.

Und auch wenn DJI angibt, dass der Phantom bis zu 1000m hoch fliegen könnte, erlaubt ist das deswegen noch lange nicht. Überschreitet die für Copter erlaubte Maximalflughöhe von 100 m lieber nicht.

DJI hat mit dem Phantom 3 Pro gezeigt, dass durchaus   viel mehr möglich ist in diesem Segment. Wir dürfen sehr gespannt sein was die nächsten Jahre bringen und ob eine Phantom 4 endlich eine bessere Fernsteuerung an Bord hat und welche Automatismen und Sensoriken verbaut werden.

Bis dahin, viel Spaß mit der Phantom 3 Pro, der Kauf lohnt sich für alle, die noch keine Phantom 2 Vision+ besitzen. Besitzer dieser 2er können die 3er getrost überspringen. So viel neues ist nicht dabei, dass der Kaufpreis von über 1000 Flocken nochmals rechtfertigt.

 

(Bilder Sets und Infos von DJI verwendet, da uns derzeit kein Testmodell mehr vorliegt.)
 http://www.dji.com/de/phantom-3-pro/

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