Drohnenrecht

EU-Drohnenführerschein 2026: A1, A2 oder A3?

Wer 2026 eine Drohne in die Luft bringt, braucht den richtigen Kompetenznachweis – die letzten Übergangsfristen der EU-Drohnenverordnung sind abgelaufen. Welcher Schein nötig ist, hängt von deiner Drohne und deinem Einsatzgebiet ab. Hier bekommst du den kompakten Überblick: Was brauchst du, was kostet es, und was solltest du auf keinen Fall vergessen?

Registrierung: Pflicht für (fast) alle

Bevor du überhaupt abhebst: Melde dich als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) über das UAS-Portal an. Das gilt für alle Drohnen über 250 Gramm oder mit Kamera – also praktisch jede Drohne, die du kaufen kannst. Du erhältst eine Betreibernummer, die sichtbar und dauerhaft an der Drohne angebracht werden muss (nicht lose im Akkufach). Die Registrierung kostet wenige Euro und ist in Minuten erledigt.

Drei Kategorien: A1, A2 und A3 – kurz erklärt

Als Hobby- oder semiprofessioneller Pilot fliegst du fast immer in der „offenen Kategorie“ – keine Einzelgenehmigung nötig, solange du die Regeln einhältst. Innerhalb dieser Kategorie gibt es drei Unterkategorien, die bestimmen, wie nah du an Menschen fliegen darfst:

  • A1/A3 (C0- und C1-Drohnen): Drohnen unter 250 g (z. B. DJI Mini 4 Pro) oder bis 900 g mit CE-Klasse C1. Darf über vereinzelte Personen fliegen (C1) bzw. muss Menschenansammlungen meiden (C0). Kompetenznachweis: kostenloser Online-Test beim LBA (40 Fragen, 1–2 Stunden Vorbereitung, 5 Jahre gültig).
  • A2 (C2-Drohnen): Drohnen bis 4 kg. Erlaubt Flüge bis auf 30 Meter an unbeteiligte Personen (5 Meter im Low-Speed-Modus). Kompetenznachweis: kostenpflichtige Theorieprüfung beim LBA (~25 €) plus Selbsterklärung über 3 Monate Flugerfahrung.
  • A3 (C3/C4-Drohnen): Drohnen bis 25 kg. Nur weit abseits von Wohngebieten und Menschenansammlungen erlaubt.

Welchen Schein brauchst du wirklich?

Landschaft, Natur, ländliche Gebiete mit leichter Drohne (unter 250 g)? Der kostenlose A1/A3-Online-Test reicht vollkommen aus. Du kannst damit legal und sicher fliegen, ohne einen Cent für Prüfungen auszugeben.

Stadt, Immobilienfotografie, Events, Hochzeiten? Du brauchst den A2-Schein mit einer C2-Drohne. In städtischen Umgebungen kommst du zwangsläufig in die Nähe von Menschen – ohne A2 ist das nicht erlaubt. Die Investition (~25 € Prüfungsgebühr plus Vorbereitung) zahlt sich schnell aus.

Flug über Menschenmengen oder außerhalb der Sichtlinie? Das verlässt die offene Kategorie komplett – du brauchst eine spezifische Genehmigung vom LBA, die deutlich aufwendiger ist.

Die 5 häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest

1. Flugverbotszonen ignorieren. Rund um Flughäfen, über Naturschutzgebieten, in der Nähe von Einsatzkräften und über bestimmten Infrastrukturobjekten gilt absolutes Flugverbot. Prüfe vor jedem Flug die Lage mit einer aktuellen App: DJI Fly zeigt Flugzonen direkt in der Karte an, die offizielle DFS-App „Droniq“ liefert Echtzeit-Informationen zu Luftraumsperren.

2. Fehlende oder falsche Kennzeichnung. Betreibernummer nicht angebracht? Bußgelder bis zu 10.000 Euro. Kein Scherz. Ein wasserfester Aufkleber an einer gut sichtbaren Stelle der Drohne – das ist alles, was es braucht.

3. Ohne Versicherung fliegen. Für Drohnen über 250 Gramm ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Viele Hausratversicherungen schließen Drohnen aus oder decken nur Freizeitnutzung ab. Dedizierte Drohnenversicherungen gibt es ab wenigen Euro pro Monat – wer ohne fliegt und einen Schaden verursacht, haftet persönlich und unbegrenzt.

4. Sichtlinie verlieren. In der offenen Kategorie musst du deine Drohne jederzeit mit bloßem Auge sehen können. FPV-Brillen allein reichen nicht – du brauchst einen Spotter, der die Drohne im Blick behält.

5. Maximale Flughöhe überschreiten. 120 Meter über Grund ist das Maximum in der offenen Kategorie. Keine Ausnahmen, keine Diskussion.

Kurzfassung: Deine Checkliste vor dem ersten Flug

  1. Beim LBA als Betreiber registrieren und Betreibernummer an der Drohne anbringen
  2. A1/A3-Online-Test absolvieren (kostenlos, 40 Fragen) – reicht für die meisten Hobbyflüge
  3. Bei Bedarf A2-Prüfung ablegen (~25 €) – nötig für Stadtflüge und Nähe zu Personen
  4. Haftpflichtversicherung abschließen (Pflicht ab 250 g)
  5. Vor jedem Flug: Flugverbotszonen prüfen (DJI Fly, Droniq-App), Sichtlinie einhalten, max. 120 m Höhe

Der bürokratische Aufwand klingt nach mehr, als er ist. Registrierung und A1/A3-Test sind in unter zwei Stunden erledigt – und danach fliegst du legal, versichert und entspannt.

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Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Beim Betrieb von Drohnen sind geltende Gesetze und Verordnungen (u.a. EU-Drohnenverordnung, LuftVG) zwingend zu beachten. Je nach Drohnenklasse und Einsatzgebiet können Registrierungspflicht, Führerscheinpflicht und Flugverbotszonen gelten. Informiere dich vor dem Flug über die aktuellen Vorschriften.

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