Kameradrohnen

Drohne selbst bauen 2026: Anleitung für Anfänger 🛠️

FPV-Drohne selbst bauen 2026: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger

Lesezeit: ca. 14 Minuten · Stand: Juni 2026

Eine FPV-Drohne selbst zu bauen ist 2026 kein Geheimwissen mehr, aber auch kein Nachmittagsprojekt mit zwei Schrauben. Du arbeitest mit einem Lötkolben, mit Lithium-Polymer-Akkus, die bei Kurzschluss brennen, und mit einer Software, die deinen Quadrocopter erst flugfähig macht. Wer das unterschätzt, hat am Ende einen teuren Haufen Kohlefaser oder im schlimmsten Fall einen unkontrollierten Erstflug. Wer es sauber angeht, bekommt eine Maschine, die er bis ins letzte Bauteil versteht — und genau das ist der Reiz gegenüber einer fertigen DJI.

Die Faktenlage Juni 2026: Der Markt teilt sich klar in zwei Lager. Fertig-Drohnen wie die DJI-Mini- und DJI-Air-Reihe dominieren bei Kamera-Filmer:innen, während der Eigenbau im FPV-Freestyle- und Racing-Bereich Standard bleibt. Ein typischer 5-Zoll-Einsteigerbau besteht aus fünf Kernkomponenten: Rahmen, vier Motoren, Flight Controller mit ESC-Einheit, Funkempfänger und Akku. Dazu kommt das FPV-System — Kamera plus Videosender, analog oder digital. Die Konfigurations-Software ist praktisch immer Betaflight, das mit Abstand verbreitetste Open-Source-Flugsteuerungssystem.

Dieser Ratgeber für crossdrone.de sortiert die Faktenlage Juni 2026: welche Bauteile zueinander passen, welches Werkzeug du wirklich brauchst, wie der Zusammenbau Schritt für Schritt abläuft, wie du die Software einrichtest und kalibrierst — und worauf es beim ersten Testflug ankommt. Wenn du noch gar nicht geflogen bist, lies vorher unseren Einsteiger-Guide fürs Drohnenfliegen, denn Bauen und Fliegen sind zwei getrennte Lernkurven. Wer den ganzen Weg vom Kauf bis zum sicheren Flug überblicken will, findet ihn im Drohnen-Start-Guide vom Anfänger zum Profi.

Die richtigen Bauteile auswählen

Der häufigste Anfängerfehler passiert nicht beim Löten, sondern im Warenkorb. Komponenten, die einzeln gut aussehen, passen mechanisch oder elektrisch nicht zusammen. Bevor du irgendetwas bestellst, legst du dich auf eine Größenklasse fest. Für den Einstieg ist die 5-Zoll-Klasse der Standard: genug Schub, robuste Ersatzteilversorgung, riesige Community. Wer es leiser, leichter und einsteigerfreundlicher will, kann auch zur 3-Zoll- oder Sub-250-Gramm-Klasse greifen — die fällt rechtlich in eine entspanntere Kategorie, dazu später mehr.

Rahmen, Motoren und Propeller: Was passt zusammen?

Der Rahmen gibt alles vor. Ein 5-Zoll-Rahmen ist auf 5-Zoll-Propeller ausgelegt und nimmt Motoren mit dem Montagemaß 16×16 Millimeter auf. Achte auf die Armdicke — Kohlefaser-Arme ab vier Millimeter überstehen die ersten Crashes deutlich besser als dünnere. Bei den Motoren ist die 2207er-Baugröße (22 mm Durchmesser, 7 mm Höhe) der bewährte Allrounder für 5 Zoll. Der KV-Wert bestimmt die Drehzahl pro Volt: Für einen 6S-Akku liegst du sinnvoll bei 1700 bis 1900 KV, für 4S eher bei 2400 bis 2700 KV.

Die Propeller musst du auf Akku und Motor abstimmen, nicht nach Optik kaufen. Zu aggressive Props (hohe Steigung) überhitzen schwache Motoren und leeren den Akku in zwei Minuten. Für den Erstbau nimmst du eine moderate 5×4,3-Steigung und legst dir reichlich Ersatz an die Seite — Propeller sind Verschleißteil Nummer eins.

Flight Controller, ESCs und Akku richtig dimensionieren

Flight Controller (FC) und ESC kaufst du 2026 fast immer als zusammengehörigen Stack im 30×30-Montagemaß. Der 4-in-1-ESC steuert alle vier Motoren über eine Platine und spart dir viel Verkabelung gegenüber vier Einzelreglern. Entscheidend ist die Strombelastbarkeit: Für einen 5-Zoll-6S-Bau sollte der ESC dauerhaft mindestens 45 Ampere pro Motor liefern, mit Reserve nach oben. Ein unterdimensionierter ESC ist die häufigste Brandquelle im Eigenbau.

Beim Akku heißt die Faustregel: Zellenzahl bestimmt die Spannung, Kapazität die Flugzeit, C-Rate die Stromabgabe. Ein 6S-LiPo mit 1300 mAh ist der Klassiker für 5-Zoll-Freestyle. Mehr Kapazität bringt mehr Gewicht und nicht zwingend mehr Spaß. Wichtig: FC, ESC und Motoren müssen alle für dieselbe Zellenzahl freigegeben sein. Steckst du einen 6S-Akku an einen nur für 4S ausgelegten Stack, ist die Elektronik sofort hin.

Komponente Einsteiger-Empfehlung (5 Zoll) Worauf achten
Rahmen 5-Zoll, Kohlefaser-Arme ab 4 mm Armdicke = Crash-Festigkeit
Motoren 2207, 1700–1900 KV (6S) KV zur Zellenzahl passend
FC + ESC (Stack) 30×30, 4-in-1-ESC ≥ 45 A/Motor für dieselbe Zellenzahl freigegeben
Akku 6S-LiPo, 1300 mAh Zellenzahl muss zum Stack passen
Propeller 5×4,3, reichlich Ersatz Verschleißteil Nr. 1

Werkzeug und Vorbereitung

Du brauchst weniger, als YouTube-Vergleichsvideos suggerieren — aber das Wenige in ordentlicher Qualität. Billiges Werkzeug rächt sich beim Löten an winzigen Pads, wo ein schlechter Kolben Bauteile zerstört statt verbindet.

Lötkolben, Schraubendreher und Multimeter als Grundausstattung

Ein temperaturgeregelter Lötkolben ist Pflicht, kein Luxus. Eine feste Spitze ohne Regelung wird entweder zu kalt für die dicken Akku-Pads oder zu heiß für die feine Empfänger-Verkabelung. Stell rund 350 Grad Celsius ein und nutze eine meißelförmige Spitze, die hält die Wärme besser als eine spitze. Dazu gehören gutes Lötzinn mit Flussmittelkern (bleihaltiges Lötzinn lötet sich für Anfänger:innen leichter als bleifreies, erfordert aber sorgfältiges Händewaschen und gute Belüftung), zusätzliches Flussmittel und Entlötlitze für Fehler.

An Schraubendrehern reicht ein Satz Innensechskant (Hex) in 1,5, 2,0 und 2,5 Millimeter — fast alle Drohnenschrauben sind Hex. Ein kleines Multimeter ist nicht optional: Damit prüfst du vor dem ersten Akku-Anschluss auf Kurzschluss zwischen Plus und Minus. Dieser eine Handgriff verhindert die teuersten Unfälle. Praktisch sind außerdem eine Pinzette, ein Seitenschneider und doppelseitiges Schaumklebeband zur Entkopplung des Flight Controllers.

Arbeitsplatz einrichten und Sicherheitshinweise beim Löten

Du arbeitest mit Hitze und mit Akkus, die bei Beschädigung chemisch reagieren. Richte einen festen, hitzebeständigen Platz ein — eine Silikonmatte schützt den Tisch und hält kleine Schrauben fest. Sorge für Belüftung, Lötrauch ist nicht harmlos. Eine sogenannte „dritte Hand“ mit Klemmen hält Bauteile, während du beide Hände am Kolben hast.

Beim LiPo gilt: niemals an einem angeschlossenen Akku löten, niemals Plus und Minus berühren lassen, beschädigte oder aufgeblähte Zellen sofort aussortieren. Lade und lagere die Akkus in einer feuerfesten LiPo-Tasche und lade sie nie unbeaufsichtigt. Das klingt übervorsichtig, bis man das erste Mal einen durchgehenden Akku gesehen hat — dann nie wieder.

Schritt-für-Schritt: Drohne zusammenbauen

Jetzt wird montiert. Arbeite in Ruhe und in dieser Reihenfolge — sie ist so gewählt, dass du später nichts wieder auseinanderbauen musst.

Motoren auf den Rahmen montieren und ESCs verlöten

Setze zuerst die vier Motoren auf die Rahmenarme und verschraube sie von unten. Wichtig: Verwende die mitgelieferten kurzen Schrauben. Sind die Schrauben zu lang, bohren sie sich in die Motorwicklung und legen den Motor lahm — ein Klassiker unter den Erstbau-Pannen. Führe die drei Motorkabel jeweils zum 4-in-1-ESC in der Mitte.

Dann werden die Motorkabel an den ESC gelötet. Die Reihenfolge der drei Adern ist bei bürstenlosen Motoren egal — sie bestimmt nur die Drehrichtung, und die korrigierst du später in der Software. Verzinne erst die Pads und die Kabelenden einzeln, dann führst du beides kurz zusammen. Eine gute Lötstelle glänzt und ist glatt; eine matte, kugelige Stelle ist „kalt“ und reißt im Flug. Löte zum Schluss das Akku-Kabel mit dem XT60-Stecker an die dicken Plus-/Minus-Pads des ESC. Hier gehört ein Kondensator parallel dazu — er glättet Spannungsspitzen und schützt die Elektronik.

Flight Controller verkabeln und Verkabelung sauber führen

Der ESC und der Flight Controller werden über einen Steckverbinder (meist ein 8-poliges JST-Kabel) verbunden — das erspart dir viele Einzel-Lötstellen. Montiere den FC mit den weichen Gummidämpfern (Soft-Mounts) auf den ESC, das entkoppelt ihn von Vibrationen, was später für ein sauberes Flugbild entscheidend ist. Achte beim Einbau auf die Pfeilmarkierung: Der Pfeil auf dem FC muss nach vorne zeigen, sonst stimmt die ganze Steuerungslogik nicht.

Anschließend lötest du den Funkempfänger und das FPV-System an die entsprechenden Pads. Die Belegung steht im Anschlussdiagramm deines FC — lade es dir vor dem Löten herunter und arbeite es Pad für Pad ab. Führe alle Kabel kurz und ordentlich, fixiere sie mit etwas Heißkleber oder Kabelbinder. Lose Kabel können in den Propeller geraten, und das beendet einen Flug sofort. Wenn die Verkabelung sitzt, kommt der entscheidende Test vor dem ersten Strom: Multimeter auf Durchgangsprüfung, Plus- und Minus-Pad am Akku-Stecker messen. Piept es, hast du einen Kurzschluss — Akku auf keinen Fall anstecken, Fehler suchen.

Software einrichten und kalibrieren

Die Hardware ist nur die halbe Drohne. Erst Betaflight macht aus den Bauteilen ein fliegendes System. Dieser Teil schreckt viele ab, ist aber gut dokumentiert und in einer Stunde machbar.

Betaflight installieren und Firmware flashen

Du installierst den Betaflight Configurator als App auf dem PC. Verbinde den Flight Controller per USB-C — ohne Akku, der USB-Strom reicht zum Konfigurieren. Beim ersten Start lädst du im Firmware-Flasher die passende Firmware für deinen FC-Zielchip. Welcher Chip verbaut ist, steht in der Produktbeschreibung deines Boards. Wähle die aktuelle stabile Version, nicht eine Beta, und flashe sie. Treiberprobleme unter Windows löst du meist mit dem Zadig-Tool, das den korrekten USB-Treiber setzt — auch das ist Standardprozedur und gut bebildert in der offiziellen Betaflight-Dokumentation.

Nach dem Flashen verbindest du dich mit dem Board und richtest die Grundlagen ein: Empfänger-Protokoll setzen, Akku-Zellenzahl prüfen, die Motoren im Motor-Tab einzeln testen. Genau hier korrigierst du die Drehrichtung — Betaflight kann jede Drehrichtung per Software umkehren, du musst also nichts umlöten. Prüfe dabei mit der „Motorrichtungs-Erkennung“ und unbedingt ohne montierte Propeller, dass jeder Motor in die richtige Richtung dreht.

Gyro, Beschleunigungssensor und Funkempfänger kalibrieren

Stelle die Drohne auf eine exakt waagerechte Fläche und führe die Beschleunigungssensor-Kalibrierung durch. Steht das Board schief, denkt die Drohne, schief sei gerade — und driftet im Flug. Der Gyro kalibriert sich beim Einschalten automatisch, deshalb darfst du die Drohne beim Anstecken des Akkus nie bewegen.

Im Receiver-Tab prüfst du, ob jede Knüppelbewegung am Sender korrekt ankommt: Gas, Roll, Nick, Gier in der richtigen Richtung und im vollen Wertebereich. Richte anschließend deine Schalter ein — mindestens einen Arm-Schalter (gibt die Motoren frei) und unbedingt einen Failsafe. Der Failsafe legt fest, was passiert, wenn die Funkverbindung abreißt: Bei einer FPV-Drohne ist die sichere Einstellung „Motoren sofort aus“, damit die Maschine nicht unkontrolliert wegfliegt. Diese Einstellung ist nicht verhandelbar — sie schützt Menschen am Boden.

Recht und Pflicht vor dem Erstflug

Eine selbstgebaute FPV-Drohne ist rechtlich kein Spielzeug, und gerade beim Eigenbau gibt es eine Besonderheit. Fertig-Drohnen tragen seit der EU-Drohnenverordnung eine CE-Klassenkennzeichnung von C0 bis C6. Ein Selbstbau hat diese Kennzeichnung in aller Regel nicht — ein Eigenbau über 250 Gramm wird in der Kategorie „Open“ wie eine C3/C4-Drohne behandelt und darf damit praktisch nur in der Unterkategorie A3 betrieben werden, also „fern von Menschen“. Das bedeutet konkret: mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten und kein Flug über unbeteiligten Personen.

Der wichtigste FPV-Punkt: Spotter-Pflicht

Beim Flug mit der FPV-Brille siehst du nur das Kamerabild, nicht die Drohne selbst – das ist rechtlich kein Flug in Sichtweite (VLOS), die in der Open-Kategorie aber Pflicht ist. Deshalb gilt: Wer mit FPV-Brille fliegt, braucht zwingend einen Spotter – eine zweite Person, die direkt neben dir steht, die Drohne durchgehend im Blick behält und mit dir in Kontakt ist. Ohne Beobachter ist der Brillen-Flug in der Open-Kategorie nicht zulässig. Für einen Eigenbau, der praktisch immer per Brille geflogen wird, ist das keine Kür, sondern Grundvoraussetzung.

Registrierung, Kompetenznachweis und Versicherung

Drei Dinge sind 2026 nicht optional. Erstens die Registrierung als Betreiber:in beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA), sobald die Drohne eine Kamera hat oder schwerer als 250 Gramm ist — und ein 5-Zoll-Freestyle-Build ist beides. Die zugeteilte e-ID gehört sichtbar an die Drohne. Zweitens der EU-Kompetenznachweis: Für A3 reicht der kleine Online-Drohnenführerschein (Kompetenznachweis A1/A3), für nähere Szenarien mit entsprechend klassifizierten Drohnen kommt das A2-Fernpilotenzeugnis ins Spiel. Drittens eine Drohnen-Haftpflichtversicherung — die ist nach § 43 LuftVG für jedes unbemannte Fluggerät gesetzlich vorgeschrieben, ohne Ausnahme für den Eigenbau. Die Details zum kleinen Schein erklärt unser Guide zum Drohnen-Führerschein A1/A3, die zur Pflichtpolice unser Ratgeber zur Drohnen-Pflichtversicherung.

Flugverbotszonen vor jedem Start prüfen

Wo du fliegen darfst, ist keine Geschmacksfrage. Aufstiegsverbots-Zonen — etwa rund um Flughäfen, über Bundesfernstraßen, Bahnanlagen, Krankenhäusern oder Naturschutzgebieten — prüfst du vor jedem Start in der offiziellen DFS-DrohnenApp (verbindliche Quelle ist die DIPUL-Karte der Deutschen Flugsicherung). Sobald Personen oder fremde Grundstücke ins Bild geraten, kommen außerdem Datenschutz und Persönlichkeitsrecht ins Spiel. Wer das ignoriert, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern auch zivilrechtliche Ansprüche. Mehr dazu im Ratgeber zur Fehlervermeidung beim sicheren Drohneneinsatz.

Erster Testflug und Fehlersuche

Der erste Start ist kein Triumphmoment, sondern ein Funktionstest. Geh ihn nüchtern an, dann hält die Drohne länger als einen Nachmittag.

Pre-Flight-Check: Propellerrichtung und Motorlauf prüfen

Erst jetzt montierst du die Propeller — und zwar in der richtigen Drehrichtung passend zum jeweiligen Motor. Die Props sind als CW und CCW gekennzeichnet; eine falsch montierte Luftschraube lässt die Drohne sofort umkippen. Zieh die Propellermuttern fest an, eine lockere Mutter ist gefährlich. Geh dann deine Checkliste durch: Akkuspannung voll, alle Schrauben fest, Propeller frei, Failsafe aktiv, Sender eingeschaltet vor der Drohne.

Den allerersten Test machst du als kurzen Schwebeflug knapp über dem Boden, auf einer freien Fläche ohne Menschen in der Nähe. Gib vorsichtig Gas, bis die Drohne abhebt, und halte sie wenige Sekunden auf etwa einem halben Meter. Du prüfst nur: Hebt sie gleichmäßig ab oder zieht sie zu einer Seite? Klingt der Motorlauf rund oder schrill? Bei jedem ungewöhnlichen Verhalten sofort entschärfen (disarmen) und landen.

Häufige Anfängerfehler beheben (Vibrationen, Drift, Failsafe)

Drei Probleme tauchen bei fast jedem Erstbau auf. Vibrationen zeigen sich als wackeliges, „gallertartiges“ Flugverhalten oder als zitterndes Bild. Ursache ist meist ein unwuchtiger Propeller oder ein schlecht entkoppelter Flight Controller. Tausche zuerst die Props, prüfe dann die Soft-Mounts. Im Blackbox-Log von Betaflight kannst du Vibrationen sogar messen.

Drift — die Drohne zieht im Schwebeflug konstant in eine Richtung — geht fast immer auf eine schiefe Beschleunigungssensor-Kalibrierung zurück. Stell die Drohne wirklich plan hin und kalibriere neu. Driftet sie weiter, kann ein leicht verbogener Arm nach einem Crash die Ursache sein. Der Failsafe schließlich ist der Punkt, den Anfänger:innen am liebsten überspringen und am bittersten bereuen. Teste ihn bewusst am Boden: Drohne armen (ohne Props!), Sender ausschalten, prüfen ob die Motoren wie eingestellt stoppen. Eine Drohne, deren Failsafe nicht verifiziert ist, gehört nicht in die Luft.

Häufige Fehler vermeiden

Fehler Besser so
Bauteile ohne Kompatibilitätscheck bestellen Erst Größenklasse festlegen, dann FC/ESC/Motoren/Akku auf dieselbe Zellenzahl und dasselbe Montagemaß abstimmen.
Zu lange Motorschrauben verwenden Immer die mitgelieferten kurzen Schrauben – zu lange bohren sich in die Wicklung und zerstören den Motor.
Akku ohne Durchgangsprüfung anstecken Vor dem ersten Strom Plus/Minus mit dem Multimeter messen. Piept es, liegt ein Kurzschluss vor – nicht anstecken.
Motoren mit montierten Props testen Drehrichtungstest in Betaflight grundsätzlich ohne Propeller – sonst drohen ernste Schnittverletzungen.
Failsafe überspringen Failsafe auf „Motoren aus“ stellen und am Boden testen. Eine Drohne ohne verifizierten Failsafe gehört nicht in die Luft.
Ohne Spotter per Brille fliegen FPV-Brillenflug erfordert in der Open-Kategorie zwingend einen Beobachter neben dir.

Praktische Handlungsempfehlungen Juni 2026

    • Erst die Größenklasse wählen: 5 Zoll ist der Einstiegsstandard. Wer rechtlich entspannter starten will, prüft die Sub-250-Gramm-Klasse.
    • Kompatibilität vor dem Kauf prüfen: FC, ESC, Motoren und Akku müssen auf dieselbe Zellenzahl (z. B. 6S) ausgelegt sein.
    • Werkzeug in Qualität: temperaturgeregelter Lötkolben (~350 °C), Hex-Satz, Multimeter – am Multimeter führt vor dem ersten Akku kein Weg vorbei.
    • LiPo-Sicherheit ernst nehmen: nie am angeschlossenen Akku löten, feuerfeste Tasche, nie unbeaufsichtigt laden, aufgeblähte Zellen entsorgen.
    • Failsafe und Drehrichtungstest ohne Propeller: beides in Betaflight einrichten und verifizieren, bevor die Props draufkommen.
    • Rechtliches vor dem Erstflug erledigen: LBA-Registrierung + e-ID, Kompetenznachweis A1/A3, Haftpflichtversicherung – und beim Brillenflug immer ein Spotter.
    • Flugzone prüfen: vor jedem Start in die DFS-DrohnenApp/DIPUL schauen und Abstandsregeln (A3) einhalten.

Quellen und weiterführende Informationen

    • LBA (Luftfahrt-Bundesamt) – Betreiberregistrierung, e-ID, Kompetenznachweis A1/A3 und Fernpilotenzeugnis A2
    • EASA / EU-Verordnungen 2019/947 und 2019/945 – Betriebskategorien, Drohnenklassen C0–C6, Behandlung von Eigenbauten
    • § 43 LuftVG – gesetzliche Haftpflichtversicherungspflicht für alle Drohnen
    • DFS / DIPUL – verbindliche Karte der Geozonen und Flugverbotszonen
    • Betaflight-Dokumentation (betaflight.com) – Configurator, Firmware-Flashen, Failsafe- und Kalibrier-Setup

Haftungsausschluss

Dieser Artikel auf crossdrone.de dient ausschließlich der allgemeinen Information rund um den Selbstbau von Drohnen und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Fachberatung. Angaben entsprechen dem Stand Juni 2026 und können sich durch Software-, Firmware- oder Behörden-Updates ändern – prüfe vor der Umsetzung stets die aktuelle Hersteller- und Behördendokumentation. Der Selbstbau und Betrieb erfolgt auf eigene Verantwortung; LiPo-Akkus sind bei falscher Handhabung ein Brandrisiko.

Rechtlicher Rahmen (Auswahl): Es gelten die EU-Drohnenverordnung (Betrieb: VO 2019/947; Technik/Klassen C0–C6: VO 2019/945), das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und die §§ 21a–21k LuftVO (Geozonen). Eigenbauten über 250 g werden in der Open-Kategorie wie C3/C4 behandelt und dürfen praktisch nur in A3 (Abstand zu Menschen und Wohngebieten) betrieben werden. Pflichten: Betreiber-Registrierung beim LBA mit e-ID, mindestens der EU-Kompetenznachweis A1/A3, eine Haftpflichtversicherung nach § 43 LuftVG sowie beim FPV-Brillenflug ein Spotter. Bei Aufnahmen von Personen oder fremden Grundstücken gelten DSGVO und das Persönlichkeitsrecht (§ 823 BGB).

Affiliate-Hinweis: Einige Links auf crossdrone.de können Affiliate-Links sein (u. a. Awin-Netzwerk, Amazon-Partnerprogramm) und sind entsprechend gekennzeichnet. Bei einem Kauf über einen solchen Link erhalten wir eine Provision ohne Mehrkosten für dich; die redaktionelle Bewertung bleibt unberührt. Alle genannten Markennamen (u. a. DJI, Betaflight) sind Eigentum der jeweiligen Inhaber und werden ausschließlich zur sachlichen Information genannt. Keine bezahlte Empfehlung, keine entgeltliche Vermittlung außer als gekennzeichnete Affiliate-Links.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Beim Betrieb von Drohnen sind geltende Gesetze und Verordnungen (u.a. EU-Drohnenverordnung, LuftVG) zwingend zu beachten. Je nach Drohnenklasse und Einsatzgebiet können Registrierungspflicht, Führerscheinpflicht und Flugverbotszonen gelten. Informiere dich vor dem Flug über die aktuellen Vorschriften.

Affiliate-Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links (mit * oder als Amazon-Partnerlink gekennzeichnet). Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Wir empfehlen nur Produkte, die wir für sinnvoll halten.
Ghost Writer

Über den Autor

Ghost Writer